von Jutta Behr-Groh
Die Fernsehdokumentation will am Beispiel dreier ausgewählter Projekte zeigen, was Kinder und Jugendliche zu leisten vermögen, wenn sie nur richtig gefördert und gefordert werden: In Bochum bauen Heranwachsende einen ungewöhnlichen Bolzplatz und in Stuttgart entsteht ein Aktivspielplatz für das therapeutische Reiten. In Bamberg machen die Kinder Zirkus.
Das geschieht unter der Regie der Salesianer Don Bosco, die mit ihren erzieherischen Erfolgen in der Zirkuspädagogik schon oft Schlagzeilen gemacht haben. Mit seiner Projektidee „Zirkus für alle! Weg von der Straße, rein in die Manege!“ bewarb sich Emil Hartmann, der Gesamtleiter des Don-Bosco-Jugendwerks Bamberg, nun auch erfolgreich bei der ARD-Fernsehlotterie um die Teilnahme an der Fernsehdokumentation unter dem Arbeitstitel „Alle zusammen!“.
Seit Ende Mai weiß Hartmann, dass „wir Glück hatten und dabei sind“. Er freut sich darüber doppelt. Zum einen, weil nicht nur die 70 Nachwuchs-Artisten und die Stadt Bamberg groß herauskommen dürften, sondern weil der Zuschlag ihm die Chance bietet, in Bamberg ein Kompetenzzentrum für Zirkuspädagogik auszubauen. Er möchte Zirkusarbeit bald für alle Kinder der Region anbieten können. –
Jetzt kommen erst einmal 70 Neun- bis 15-Jährige aus verschiedenen Bamberger Volksschulen in den Genuss. Ab 11. Juli ersetzt für sie das Training mit staatlich geprüften Artisten aus Berlin und Mainz und zwei Jungprofis aus Bamberg den Unterricht: In der Sporthalle der Graf-Stauffenberg-Schulen bereiten sie sich auf ihren Auftritt vor. Die pädagogischen Fachkräfte stellt das Don-Bosco-Jugendwerk.
In der zweiten Woche wird bereits in allen Räumen und auf dem Gelände des St.-JosefHeims im Teufelsgraben trainiert, wo zum großen Finale am 23. Juli zwei Vorstellungen (11 und 14 Uhr) stattfinden werden.
Alle Phasen der Vorbereitung werden zwei Kamerateams der Filmpool GmbH im Auftrag des Kinderkanals festhalten – damit ab Oktober die Fernsehzuschauer Schritt für Schritt miterleben können, wie aus ganz normalen Schulkindern quasi über Nacht Clowns oder Trapezkünstler werden.
Hartmann und die Projektleiterin im Jugendwerk, Natascha Hillebrand, wollen mit „Zirkus für alle!“ vor allem zwei Dinge beweisen: Erstens, dass Kinder und Jugendliche im Computerzeitalter mindestens so begeisterungsfähig sind wie es junge Leute waren, als es noch keine Handys und kein Internet gab. Und zweitens, dass man in kurzer Zeit viel machen und sogar Kinderträume verwirklichen kann, wenn die Kräfte gebündelt werden.
Eine ganze Reihe von Mitstreitern hat das Don-Bosco-Jugendwerk schon gewonnen: Das staatliche Schulamt und die Schulleiter halfen bei der Suche nach Nachwuchsartisten. Bürgermeister Hipelius übernahm die Schirmherrschaft und stellte unbürokratisch die Sporthalle der „blauen Schule“ zur Verfügung. Vom Clavius-Gymnasium sagten acht junge Veranstaltungstechniker Hilfe hinter den Kulissen zu, in der Zirkuswerkstatt des Don-Bosco-Jugendwerks entsteht gerade ein nagelneues, 500 Zuschauer fassendes Zelt; der Entwurf stammt von einer Mitarbeiterin des Hauses.
Noch gesucht werden jetzt Helfer, die ehrenamtlich die Kostüme für die jungen Artisten nähen bzw. bei den Schweißarbeiten am Zeltgestänge mitmachen, sowie Sponsoren für die Verpflegung der rund 130 Aktiven an den Trainingstagen. Und auf den städtischen Verkehrsbetrieb hoffen Hartmann und Hillebrand, dass er den „Zirkus für alle“ mit kostenlosen Bustransfers unterstützt.
Wer helfen kann, möge sich bei Natascha Hillebrand, Telefon 0951/95233-636, melden oder per E-Mail unter zirkusgiovanni@donboscobamberg.de.
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