Don Bosco Fest 2026: Von Alltags-Helden, gelebtem Glauben und einer starken Gemeinschaft
Das Don Bosco Fest im Don Bosco Jugendwerk Bamberg stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der leisen, aber wirkungsvollen Stärke: Unter dem Motto „Von Alltags-Helden und Alltags-Heiligen“ wurde sichtbar, wie viel Gutes jeden Tag im Verborgenen geschieht – durch Kinder, Jugendliche, Mitarbeitende und all jene, die Verantwortung füreinander übernehmen.
Bereits der Familiengottesdienst machte deutlich, worum es an diesem Festtag ging: nicht um große Gesten, sondern um gelebte Nächstenliebe im Alltag. Kinder und Jugendliche aus den beiden Horten des Jugendwerks brachten das Motto mit kurzen Spielszenen eindrucksvoll auf die Bühne. Sie zeigten Situationen, die jede und jeder kennt – Hilfe auf dem Schulweg, Unterstützung beim Lernen, das Schlichten eines Streits. Mit einfachen Mitteln, aber großer Wirkung wurde klar: Alltagshelden sind oft ganz nah.
Die Liturgie griff diese Gedanken auf und verband sie mit dem Evangelium vom barmherzigen Samariter. Kinder und Jugendliche lasen selbst die biblische Geschichte, Fürbitten wurden gemeinsam gestaltet, Ministrantinnen und Ministranten kamen aus den eigenen Reihen des Jugendwerks. Der Gottesdienst war damit nicht nur für Familien gedacht, sondern wurde von ihnen getragen – lebendig, zugänglich und nah am Leben.
In seiner Predigt sprach Pfarrer Lars Rebhan über Heiligkeit im Alltag, über Handeln aus Überzeugung und über Menschen, die ohne großes Aufsehen das Richtige tun. Er erinnerte auch an Pater Rudolf Lunkenbein, dessen Einsatz für die Rechte indigener Menschen bis heute nachwirkt, und schlug damit eine Brücke zwischen christlicher Haltung, sozialem Engagement und dem Wirken Don Boscos.
Auch das Don Bosco Jugendwerk selbst wurde sichtbar: Mitarbeitende, Kinder und Jugendliche gestalteten den Gottesdienst musikalisch, spielerisch und inhaltlich mit. Die Musik, die gemeinsam gesungenen Lieder und die spürbare Offenheit schufen eine Atmosphäre, in der sich rund 500 Gäste willkommen fühlten. Unter ihnen waren auch zahlreiche Gäste aus Politik und Gesellschaft, darunter Melanie Huml, Landtagsabgeordnete, Staatsministerin a.D. und Jonas Glüsenkamp, zweiter Bürgermeister der Stadt Bamberg, die das Engagement des Jugendwerks seit Jahren begleiten.
Nach dem Gottesdienst setzte sich das Fest draußen fort – mit einem Stehempfang, vielen Gesprächen, Begegnungen und Wiedersehen. Hier zeigte sich, was das Don Bosco Fest seit jeher ausmacht: Gemeinschaft über Generationen hinweg, getragen von Wertschätzung und gegenseitigem Interesse.
Am Nachmittag wurde diese Gemeinschaft im Zirkuszelt des Zirkus Giovanni noch einmal auf besondere Weise erlebbar. Kinder und Jugendliche präsentierten eine mitreißende Zirkusgala voller Akrobatik, Mut und Ausdruckskraft. Was auf der Bühne zu sehen war, ist das Herzstück der Zirkuspädagogik im Jugendwerk: Selbstvertrauen, Teamgeist und die Erfahrung, über sich hinauswachsen zu können – getragen vom Applaus eines begeisterten Publikums.
Das Don Bosco Fest 2026 machte deutlich, was das Jugendwerk im Innersten prägt: die Überzeugung, dass junge Menschen gesehen, beteiligt und gestärkt werden müssen. Dass Glaube nicht abstrakt bleibt, sondern im Alltag Gestalt annimmt. Und dass eine Gemeinschaft dann stark ist, wenn viele ihren Teil beitragen – leise, verlässlich und mit offenem Herzen.
